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Ein Auto im Wasser ist gefährlicher als man denkt

Ein Jungendlicher war leicht angetrunken in Wassernähe mit seinem Auto unterwegs und stürzte ins Wasser. Er hatte zwar noch Zeit, mit dem Handy seinen Vater anzurufen, aber das half ihm nicht, aus dem Auto zu entkommen - denn das ist sehr viel schwieriger als es scheint. Eine Chance hat man nur, wenn sich auf diese Situation vorbereitet hat. Was Sie noch tun können, das lesen Sie hier.

Ufer - Die letzten Worte des Fahrlehrers: "Parken Sie bitte möglichst dicht an der Kaimauer."


Wie verhält sich ein Auto beim Eintauchen?

Da das Auto in der Regel ein Stück weit stürzt, taucht es zunächst unter, kommt dann aber wieder hoch, oft mit dem Dach nach oben. Gerade bei tiefem Wasser kann es sich aber auch drehen, also mit dem Dach nach unten. In beiden Fällen schwimmt es zunächst, läuft aber recht schnell mit Wasser voll und sinkt dann in ca. einer bis zehn Minuten (je nach Autotyp). Autos mit dem Motor vorn sinken meist in einem spitzen Winkel mit dem Motor zuerst. Es ist unwahrscheinlich, dass sich im Fahrzeuginneren noch eine Luftblase bildet, wenn das Auto erst einmal vollständig gesunken ist.

Während der Schwimmphase ist der Außendruck deutlich höher als der Innendruck, daher ist es nicht möglich, die Türen zu öffen - und genau dies ist die größte Gefahr. Denn man kann sein Fahrzeug trotz einiger Minuten Zeit nicht mehr einfach verlassen.

Wie kann man entkommen?

Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Möglichkeiten: 1. Warten, bis das Auto mit Wasser vollgelaufen ist und sich der Druck innen dem Druck außen angeglichen hat; dann die Tür öffnen und aussteigen. 2. Durch ein Fenster oder Schiebedach entkommen. Sinnvoll ist es, zunächst zu versuchen, durch ein Fenster zu entkommen, und nur falls dies misslingt, im richtigen Augenblick die Tür zu öffnen. Die Schritte im Einzelnen:

1. Bei elektrischen Fensterhebern: So schnell wie möglich alle steuerbaren Fenster und das Schiebedach öffnen. Das Öffnen der Fenster ist leider bereits die erste große Schwierigkeit, denn elektrische Fensterheber funktionieren nach dem Kontakt mit Wasser in der Regel nicht mehr. Daher sollte man hier so schnell wie möglich handeln, solange noch eine Chance besteht.

2. Sicherheitsgurt lösen und vollständig in die Halterung zurückführen, damit man sich später nicht daran verheddert. Mitfahrenden Kindern helfen, die Gurte zu lösen und in die Halterung zu führen. Übrigens: Keinesfalls ohne Sicherheitsgurt in Gewässernähe fahren, weil man bei einem Sturz ins Wasser ansonsten bereits vor dem Aussteigen verletzt sein könnte, was das Aussteigen dann nochmals erschwert (oder gar unmöglich macht, wenn man kurzzeitig bewusstlos ist).

3. Bei manuellen Fensterkurbeln die Fenster erst nach dem Abschnallen öffnen. Falls die elektrischen Fensterheber nicht mehr funktionieren: Die hinteren Türen haben manchmal noch mechanische Kurbeln, die man in diesen Fällen benutzen kann.

4. Falls sich kein Fenster mehr öffnen lässt, dann versuchen, mit dem Fuß eine der Scheiben herauszudrücken oder herauszutreten. Wenn dies bei einer der Scheiben nicht möglich ist, dann alle anderen Scheiben versuchen. Insbesondere die Seitenscheiben, die Front- und die Heckscheibe sitzen oft sehr unterschiedlich fest (von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp verschieden). Falls Sie versuchen, mit schweren Gegenständen die Scheibe einzuschlagen, dann das Gesicht abwenden, damit Sie nicht verletzt werden (obwohl heutige Verbundglasscheiben nicht splittern wie Fensterglas, sondern eher zerkrümeln).

5. Versuchen, durch das geöffnete Fenster mit dem Kopf zuerst auszusteigen. Die Wasseroberfläche sollte zu diesem Zeitpunkt noch deutlich unter der Fensterunterkante sein, daher wird man sich etwas nach unten rutschen lassen müssen und evtl. untertauchen.

6. Selbst wenn sich nur ein Fenster oder nur das Schiebedach öffnen lässt, ist genug Zeit, damit alle Insassen durch diese Öffnung entkommen können. Kinder, die schwimmen können, sollten das Auto zuerst verlassen, da man ihnen von außen nicht mehr helfen kann.

7. Falls das Aussteigen nicht möglich war, dann gibt es noch eine Chance: den Zeitpunkt abwarten, bis der Innendruck dem Außendruck entspricht und das Öffnen der Türen möglich wird. Dies ist aber nur eine sehr kurze Zeitspanne bis zum vollständigen Versinken des Autos, nämlich der Zeitpunkt, wenn Ihnen das Wasser bis zum Hals steht (hier sogar wörtlich). In diesem Augenblick tief Luft holen, die Tür öffnen und sofort aussteigen. Da man in dieser Situation leicht in Panik gerät, ist es sehr schwierig, hier den richtigen Zeipunkt abzupassen. Mit geöffneter Tür geht das Auto sehr schnell unter, sodass Sie sich auf einen starken Sog einstellen sollten.

8. Das sinkende Auto führt höchstwahrscheinlich nicht zu einem so starken Sog, dass man dauerhaft mit hinuntergezogen würde, aber es ist sinnvoll, sich möglichst rasch vom Auto zu entfernen, falls es noch nicht vollständig gesunken sein sollte.








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