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Folgende Schritte sind beim Einmotten wichtig:

Den Tank bis zum Rand füllen. Das verhindert, dass sich im Tank Rost ansetzt. Falls der Tank aus Kunststoff ist, ist das natürlich nicht ganz so wichtig, aber ich habe das Gefühl, als würde eine größere Menge Benzin langsamer altern. Es gibt zudem Anti-Alterungszusätze fürs Benzin, dir mir aber ein wenig überflüssig erscheinen.

Wenn man irgendwann putzt, dann jetzt. Denn dreckige oder gar salzige Stellen rosten und altern schneller als saubere. Ein Gartenschlauch würde es tun, aber man darf es nicht, weil Öl ins Grundwasser kommen könnte (mal sehen, wann diese Vorschrift auf Fahrräder ausgeweitet wird). Daher am besten zu einer Tankstelle mit Do-it-yourself-Waschanlage und alles einmal abspritzen. Dabei nicht direkt auf Gelenke, Stoßdämpfer usw. halten, weil hier Wasser(dampf) eindringen könnte.

Bei Wasserkühlung die Kühlfüssigkeit kontrollieren. Egal ob Sommer oder Winter, ob beheizter oder unbeheizter Stellplatz: Achte auf den Frostschutz. Denke auch daran, dass der Händler nach einer Inspektion im Sommer oder Frühling lediglich Wasser oder zu wenig Frostschutz eingefüllt haben könnte. Höre auf meine Worte - ich weiß, wovon ich spreche!

Reifendruck um etwa 0,5 bar erhöhen - das dürfte der Wert sein, den man über den Winter wieder verliert, dann ist bei der ersten Fahrt gleich alles klar Schiff. Zudem behaupten Einige, das würde den Reifen beim Stehen besser bekommen.

Bei der Rückfahrt nach der Reinigung auf den letzten Metern den Benzinhahn schließen und im Stand den Motor laufen lassen, bis er von allein ausgeht. Dadurch wird die Schwimmerkammer des Vergasers geleert. Das erleichtert das Anlassen im Frühjahr ganz ungemein, weil kleine Mengen Bezin komischerweise bsonders schnell altern.

Kette reinigen, bis sie einigermaßen sauber aussieht, also auch ölfrei. Dazu genügt ein in Benzin getränkter Lappen, und man braucht es nicht zu übertreiben. Anschließend wieder einölen, weil sie sonst über Winter rosten würde. Nimm dünnflüssiges Kettenfett aus einer Spraydose und gib an jedes Gelenk einzeln einen Tropfen von innen. Über Winter darf es ruhig etwas mehr sein, aber vergiss beim Ausmotten nicht, das äußere Fett abzureiben, bevor du losfährst, sonst zieht das gerdazu magisch den Straßenstaub an.

Überall liest man den Rat, das Motorrad aufzubocken. Nun ja. Ich habe (und hatte auch fast immer) einen Mittelständer, das dürfte wohl genügen, zumindest habe ich noch nie etwas Negatives bemerkt. Wer genug Platz und nur einen Seitenständer hat, kann es ja mit einer Bierkiste probieren, um sein Gewissen zu beruhigen.

Gib noch Öl in die Kabelzüge und auf die Gelenke.

Geradzu ein Geheimtipp ist ein Batterie-Aktivator. Das ist ein kleines elektronisches Gerät, das man an die Batterie anschließt und das dann die Selbstentladung deutlich reduziert und die Batterie vor Ablagerungen schützt. Es klingt zwar ein wenig unglaublich, aber es funktioniert tatsächlich. Ich habe es ausprobiert: Die Entladung hat sich deutlich reduziert und die Batterie wirkt wieder frischer. Das Gerät funktioniert eigentlich ganz simpel. Es zieht ein ganz winzigen Strom aus der Batterie, der etwa im Bereich der Selbstentladung liegt, und lädt damit einen Kondensator. Nach ca. 15 Sekunden gibt es die Ladung des Kondensators in einem Impuls wieder an den Akku ab. Wegen seiner Stärke überschreitet dieser Stromstoß eine Schwellwert und lädt somit den Akku wieder etwas auf. Resultat: Ein Großteil der Energie, der normalerweise einfach verlorgen ginge, wird dem Akku wieder zugeführt. Zudem reagiert ein Bleiakku positiv auf gößere Ladeströme und altert daher weniger, wenn auf diese Weise behandelt wird. Zu gewissem Grad regeneriert er sich sogar wieder dadurch. Ach ja: Man bekommt einen Batterie-Aktivator zum Beispiel bei Conrad-Elektronik für ca. 30 Euro.

Was man nicht braucht

Da vielen Journalisten nicht so recht einfällt, was sie schreiben sollen, ergehen sie sich gern in folgenden Ratschlägen, die einer vom anderen abgeschieben zu haben scheint, die ich aber für ziemlichen Unfug halte:

In Abständen von zwei Wochen, die Position des Motorrades ändern, um Unwuchten durch langes Stehen zu verhindern. Viel Spaß!

Die Batterie ausbauen. Au weia! Wenn schon, dann genügt es völlig, ein Kabel abzuklemmen. Und auch das ist bei den meisten Motorrädern unnötig, denn der Ruhestrom ist meistens gleich null (na ja, für diese modernen Elektronikteile lege ich nicht meine Hand ins Feuer.)

Ladegeräte, die einen Erhaltungsstrom anlegen, sind nicht unsinnig, wennauch nicht wirklich nötig. Aber es stimmt, dass eine einmal tiefentladene Batterie nie mehr die volle Kapazität hat und oft sogar unbrauchbar wird. Allerdings hält eine intakte Batterie durchaus über sechs Monate die Spannung.

Am teuersten war für mich der Tipp, das Motorrad mit einem Konservierungsspray einzusprühen. Denn danach habe ich diese eklige Schicht nie mehr richtig abbekommen. Aber wem's Spaß macht zu sprühen und zu putzen...

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